Tech-Frage Hat schon jemand versuchte seine Antriebswellen selbst zu härten?

Opagoesaction

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Hallo liebe RC-Freunde,
nach einigen Sprungübungen mit meinem 2,8kg Eraser habe ich einige Erfahrungen nicht nur über das Sprungverhalten des Autos gesammelt, sondern auch im richten meiner Antriebswellen hinten und der cvd Wellen vorn. Schwachstelle ist, logisch, immer der Übergang des M4 Gewindes zum spannen der Felge zur 5mm Welle die in den Lagern läuft.
Eine Idee zur Vermeidung: Härten und Anlassen dieses Bereiches. Hab ich vor zig Jahren auch in meiner Metallgrundausbildung mit dem selbstgedrehten Körner gemacht.
Hat das schon wer versucht? Verziehen die sich die Wellen völlig? Sind die Stähle überhaupt geeignet? Wie verhält sich die cvd-Beschichtung beim Weichglühen, Härten, Anlassen?
Eure Erfahrungen?

Viele Grüße,
Björn
 

Opagoesaction

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Hallo @ParRagonXMaxX ,
das stimmt wohl. Ich werden das mal mit meinen gerichteten Wellen probieren wenn ich Ersatz habe. Aber sicher hast Du Recht, hellkirschrot und Halten bei dem dünnen Zeug... mal zu schweigen von der Flamme erst mal schauen was ich für ein Gas brauche für 1000 Grad Flammen..
Ich würde auch harte kaufen habe aber nirgends was gefunden für die RH1045 Klone.
 

Opagoesaction

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Hallo @S.nase,

Das katapultiert mich in eine andere Klasse oder fordert mehr Maschinenpark als ich habe. Ich müsste dann größere Lager in den Achsaufnahmen und der Kunststoffteilen der Hinterachse unterbringen... Davon abgesehen das ich die cvd selbst bauen müsste? Oder wie hast Du das praktisch gemeint?
Ich meine das gleiche hab ich mir auch schon überlegt, habe aber nix im Zubehör / Tuning gefunden für so ein Basisding wie den Eraser/Outlaw. Daher meine Idee mit dem Härten/anlassen.
Bleibe ich bei 1:10 dann gibt es doch nur M4 Spanngewinde bei den Felgen oder?
 
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Habe schon Schwerter, Messer und Wellen gehärtet. Letztere gehen bequem und zu Hause in einem selbst gebauten 2000W Induktionsofen.
Das Dumme. Man weis oft nicht, was für ein Material / Stahl es ist. Lufthärter, Wasserhärter oder Ölhärter. In der Regel und am häufigsten sind Ölhärtende Stahlsorten.
Diese in warmen Öl härten. Härtet besser als kaltes Öl. Danach 2x 2 Std. bei 250 Grad im Backofen anlassen. Geht alles in der Küche.
Warum warmes Öl? Weil es schneller fließt und so schneller neues Öl an die Kontaktfläche mit dem Stahl kommt und Öl-Gasblasen schneller weg vom Stahl.
Daher härtet warmes Äl stärker als kaltes Öl.

P.S. Mit Wasser in eine Kohle-Esse gespritzt wird das Feuer in der Esse heißer! Das liegt an der Wasserdampfschicht, die die Hitze in am Feuer hält und nicht weg läßt.

Ohne Induktionsofen braucht man eine Gas-Esse. Aufwendiger aber vielseitiger.

Gruß Play
 
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Eine Gas-Esse zu bauen ist aufwendig und der Verbrauch an Gas, Lautstärke, Platzbedarf auch etwas blöd. Aber einfacher als eine Kohleesse.
Ein Induktionsofen ist am saubersten, leisesten und effizientesten. Geht aber nur für kleinere Teile und kleinere Messer.

Das Anlassen geht ganz easy im Backofen. Das Anlassen ist SEHR wichtig.

Ytongsteine sind auch nicht schlecht und billig, um sich eine Gas-Esse zu bauen. Einfacher und billiger als Schamottsteine.

Für meine Schwerter habe ich aber eine prof. Schmiede und 2x große Härtöfen genutzt, die ich zusammengestellt habe, um die Länge zu bekommen.

Gruß Play
 

Opagoesaction

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Hi, ich will 2cm 4 und 5mm starken St härten . Wenn ich mich recht an meine Ausbildung erinnere (der Körner aus St 37) ging das flott war ja auch nur die Spitze zu härten. Anlassen dachte ich bei ca 400 Grad, aber die Idee mit dem Backofen ist super auch zum entspannen. Ytong hab ich sogar noch da. Ich schau mir nochmal die Anlassfarbtabelle an...
 
Jede Stahlsorte hat eine andere Härte- und Anlaßtemperatur. Beide sind wichtig. Eine gute Härtung macht auch einen nicht ganz so guten Stahl wie einen 440A brauchbar. Eine schlechte Härtung einen besseren wie 440C schlechter. Aber alles easy.

Wer mal Hochleistungsdamast gehärtet hat, und dann erlebt hat, daß Stahl sich beim Härten wie ein Fisch windet aufgrund der Zugkräfte der unterschiedlichen Stahlsorten im Gefüge (und am Ende soll der dann gerade sein). Da kommt Freude auf.

Monostahl ist sehr easy.

Gruß Play
 

S.nase

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Ne dickere StarAchse könnte man noch mit "Hausmitteln" schnitzen, wenn du passende DünnringLager findest, eventuell auch zwei schmalere Lager nebeneinander. Welche Lager sind im original in der Starachse verbaut?

Dickeres CVD klappt wahrscheinlich nur mit ner Drehbank, oder nur bei sehr viel Aufwand mit Hausmitteln. Da würde ich vieleicht eh noch versuchen, eine originale CVD-Welle zu laminieren
 

kendo05

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Also mich interessiert das Thema auch sehr, da mir die stark "eingelaufenen" Diff-Outs am Bulldog auf die Nerven gehen. Ich denke nicht, dass die Stahlteile an RC-Cars im unteren Preissegment aus härtbarem Stahl sind. Meine Vermutung für Diff-Outs und ähnliches ist Automatenstahl, um sie optimal zerspanen zu können. Viel weicher geht im Stahlsektor kaum. Bei den Hinterachen würde ich persönlich C45 nehmen, weil auch billig und zäher - und zu zerspanen gibts da nicht viel. Woraus die China-Zerspanungsbuden das tatsächlich machen - keine Ahnung. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke, mit den Originalwellen wird es nichts mit der erfolgreichen Wärmebehandlung.

Falls die Möglichkeit zum Drehen besteht: Hinterachsen ließen sich relativ einfach aus härtebarem Silberstahl drehen und dann härten und hoch anlassen. Daraus bestand vermutlich seinerzeit auch der Körner. Aus St-37 mit Sicherheit nicht. Um nicht zuviel zerspanen zu müssen, könnte man den Bund für das Radlager auch separat machen und aufkleben. Dann ist es nur eine 5mm Welle (gibts bei Conrad), auf der einen Seite ein M4-Gewinde drauf und die Querbohrung für den Mitnehmerstift rein, auf der anderen Seite die Schlüsselflächen für das Diff-Kegelrad dran feilen. Das gleiche Konzept ginge auch für C45 oder C60 (gibts im Online-Fachhandel)

Bzgl der Temperatur würde ich bei so dünnem Material keine Probleme mit einem Lötbrenner erwarten. Habe aber (noch) keine praktische Erfahrung damit. die Werkzeugmacherausbildung liegt mittlerweile ziemlich genau 30 Jahre zurück.

Ich werde das hier sehr interessiert weiterverfolgen.
 

Opagoesaction

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Hallo S. Nase, Hallo Kendo,
große Hoffnungen mache ich mir auch nicht. Ein 200-Euro-Modell ist halt nicht für Hochleistung oder für‘s Fliegen gebohren. Da mache ich mir auch nichts vor. Trotzdem will ich ein besonderes Auto und daher mache ich mit einer der gerichteten Achsen den Versuch, schon für Euch und für mich zum abhaken.
kendo, du hast Recht, st37 oder 40 war die Spannzwinge :0), ich hatte das noch so im Kopf.
Da sich immer direkt der Übergang vom DM5 der Achse am Übergang zum M4 Gewinde verbiegt, überlege ich, ob es nicht möglich ist einen Cvd - Knochen aus einem 1:8 zu verwenden, ggf das C-Teil mit den Radlagern gleich mit und 1:8er Felgen...

Oder eine DM5 Adapterhülse auf das M4 aufschauben, dann versuchen die Felge umzustricken.
VG Björn
 

S.nase

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DiffOut sollte natürlich gehärtet.sein. Zusammen mit einem guten KnochenPin und guter Trockenschmierung, verringert sich der Verschleiß (Ausfressen) dann deutlich. Die Welle selbst hat aber ganz anderes Belastungsprofil. Bis auf den CVD- und KnochenKopf sein da keine Reinbelastungen vorhanden. Die Welle selbst sollte eher große Biegewinkel aufnehmen können, bevor sie verbogen bleibt.

Ne Welle von einem 1:8er kürzen ist natürlich auch ne gute Idee. Einfach in der Mitte im 45grad Winkel zerteilen, und in einem passenden Rohr wieder einkleben.
 

Opagoesaction

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Saubere Idee! Ich hatte überlegt ob man eine neue Kugel hart anlöten kann.
Oder ich verpasse ihm gleich ne Spurverbreiterung mit den passenden Querlenkern. Wenn ich hinten schon eine eigene 5er Achse hab. Die wird dann halt länger.
Au weia das ist ja alles Extrem-Basteling.
 

Opagoesaction

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Das Härten bringt nix, das macht die Welle nur spröde, und sie bricht dann statt nur zu verbiegen. Du brauchst ne dickere federnde Welle.
Hallo,
Versuche beim befreundeten Werkzeugbau 5mm Wellen aus Silberstahl für vo u. hi zu bekommen. Ohne den empfindlichen Absatz von DM 5 DM 4.
Gezeichnet hab ich schon. Hoffe das klappt, bin mir nicht sicher, ob die den Kugelradius drehen können.
VG Björn
 

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Opagoesaction

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Da verlasse ich mich auf die Jungs im Werkzeugbau. Klar ist Silberstahl nur ein Sammelbegriff aber ich vertrau auf unsere Profis aus der Werkstatt ;o) Wenn die erst mal begeistert sind, bekomme ich auch das „Gute Zeug“, vielleicht auch entsprechend gehärtet mal sehen. Wird wohl ne dicke Spende für die Kaffee und Xmas-Feierkasse geben.
 
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Mein persönlicher Favorite bei Monostahl ist, wenn rostträge nicht so wichtig ist, Silizium-Federstahl. Silizium macht den Stahl schön elastisch und Er bricht nicht mehr so schnell. Auf 56-57 HRC gehärtet klasse. 1.2210 ist spröder.

Gruß Play
 
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